Donnerstag, 05.11.2015 19:30 Uhr

  Erhart Schröter - Accidents by Accident  

  Eröffnung am 5. November 2015 um 19.30 Uhr

  Ausstellung vom 7. November 2015 bis 10. Januar 2016

Malerei in der heutigen Zeit muss den Versuch unternehmen, auch in abstrakter Bildmanier fu?r mediale Virtualität und realistische Medienwelten neue bildsprachliche Umschreibungen und Ausdrucksformen zu finden. Die vorliegende Auswahl aktueller Arbeiten kann unter der mehrdeutigen Bezeichnung "accidents" subsummiert werden und bezieht sich als Leitmotiv auf die Divergenz zwischen hochtechnisierter Konsumwelt sowie immer prekärer werdenden Situationen von Menschen in Not, Unterdru?ckung und Entwurzelung.

Die Stoffe, aus denen der Strom der Bilder schöpft sind Seelen- und Erinnerungsbilder, Nachrichtenimages, die sich ins Bewusstsein eingebrannt haben. Der Standort, von dem aus der Ku?nstler das Geschehen malerisch zur Anschauung bringt, wechselt zwischen extremer Fern - und Nahsicht. Die Bilder sind realitätshaltig, ohne realistisch zu sein. das Geschehen von erhöhter Warte aus, als hätte der Ku?nstler die Szene aus der Luft erfasst: "Planquadrate werden wie ein Raster u?ber die Landschaft gelegt", erläutert der Ku?nstler, "von oben betrachtet aus der Sicht von Satelliten oder vernetzten Organisationsstrukturen"…

"In der Malerei des Ku?nstlers wandelt sich das Private ins kollektiv Nachspu?rbare, wird das öffentliche Ereignis zum subjektiv Erlebbaren: wird die profunde Verbundenheit zwischen uns Menschen und zwischen dem Einzelnen und der Welt als mitreißende und blickerweiternde Balance zwischen Innen- und Außenschau, dem eigenen Dasein und dem der anderen in Aussicht gestellt". (Belinda Grace Gardner)

Erhart Schröter, geboren 1938, lebt und arbeitet in Göttingen.

Bild: Erhart Schröter, Barca inflamata /Ausschnitt), 2013

www.erhartschroeter.de

Donnerstag, 06.08.2015 19:30 Uhr

  Andrea Behn / Antje Hassinger - Zwischentöne  

  Eröffnung am 6. August 2015 um 19.30 Uhr

  Ausstellung vom 8. August bis 11. Oktober 2015

Die Arbeiten von Andrea Behn und Antje Hassinger unterwerfen sich keinem hektischen Getrieben-Sein, keinem Seh-Gebot, eröffnet sich keinem schnellen Blick. Die Bilder fordern und geben Ruhe, ohne sich aktuellen Bezügen zu verweigern; sie schlagen zwischen dem Schrei von Farben und Motiven und dem resignativen oder provokativen Sich-Verweigern als künstlerischem Ausdruck "Zwischentöne" an, die das Potenzial in sich bergen, des Betrachters Erfahrungsmöglichkeiten von Wahrheit und Wirklichkeit zu erweitern, neu zu strukturieren und neu zu werten.

Die Malereien von Andrea Behn sind Arbeiten auf Papier, deren Auftrag in bis zu 100 einander überlagernden Schichten von keinerlei Textur des Bildgrundes beeinflusst ist. Eine Vielfalt von Strukturen und Farben im Wechselspiel mit dem Licht. Mit malerischen Methoden wird Raum nicht dargestellt, sondern erzeugt.

Antje Hassinger malt mit Ölfarben auf Leinwand. Pastose Schichten geben den Blick frei auf eine andere Struktur: Zwischentöne, wie sie am ehesten im technischen Bild zu erfahren sind, bei dem man über einen Monitor gleitende Streifen erkennt, die aber nichts anderes sind als in helle und dunkle Punktsignale umgewandeltes Licht.

Die Bilder der beiden Künstlerinnen entstehen wie Lebensprozesse. Es wird aufgebaut und verletzt, akzeptiert und verworfen, Halt gesucht in fester Form, doch erweist sich dieser Halt mitunter allzu deutlich als unsicher und fragil. Die Bilder zeigen die Kräfte einer Entwicklung, die für einen Augenblick, den Augenblick des Bildes eben, zum Ausgleich kommen und ebenso viel Geheimnis wie Offenbarung in sich tragen. (Ulfried Weingarten)

Andrea Behn, geboren 1958, lebt in Herdecke und lehrt an der Hochschule Niederrhein in Krefeld.

Antje Hassinger, geboren 1961, war Stipendiatin im Künstlerhaus Lauenburg 1992 und lebt und arbeitet in Dortmund.

Bild: Antje Hassinger, o.T. (Ausschnitt), 2011

www.andreabehn.de

www.antjehassinger.de


Donnerstag, 14.05.2015 19:00 Uhr

  Beruhige Dich und Lüge - Künstlerbücher und Editionen  

  Eröffnung am 14. Mai 2015 um 19 Uhr

  Ausstellung vom 16. Mai bis 12. Juli 2015

"Beruhige Dich und lüge", ein Künstlerbuch mit 25 Linolschnitten des Kieler Künstlers Olrik Kohlhoff war das erste Buch des Kieler Verlags Umtriebpresse und bildet den Ausgangspunkt für die Lauenburger Ausstellung.
Katharina Jesdinsky, Verlagsgründerin der Umtriebpresse und selbst Freie Künstlerin im Bereich Grafik realisierte in den vergangenen zehn Jahren mit KünstlerInnen verschiedenster Disziplinen Künstlerbücher, die oft Bestandteil der parallel stattfindenden Ausstellung in der Umtrieb - Galerie für aktuelle Kunst, Kiel waren.

Eine Auswahl an Künstlerbüchern von Matthias Berthold, Thomas Judisch, Olrik Kohlhoff, Kirsten Krüger, Johanna Ludwig, Tobias Premper, Arne Rautenberg, Johanna Schwarz, Carola Willbrand und der Verlagsgründerin Katharina Jesdinsky selbst, wird im Zusammenhang mit Editionen und Objekten der KünstlerInnen gezeigt. Buch und Objekt erweitern sich gegenseitig und ermöglichen einen umfassenden Einblick in die Arbeitsweisen der verschiedenen Künstler. So werden neben Grafiken und Malereien, auch Skulpturen und raumbezogene Installationen zu sehen sein.

Die Künstlerinnen und Künstler waren Stipendiaten im Künstlerhaus Lauenburg oder hatten dort in der Vergangenheit ausgestellt.

Donnerstag, 05.02.2015 19:00 Uhr

  Una H. Moehrke - Rausch & Ruhe - Die Geste der Zeichnung  

  Eröffnung am 5. Februar 2015 um 19 Uhr

  Ausstellung vom 7. Februar bis 12. April 2015

Das Thema der Linie als philosophisches und abstrakt-reduziertes Bildkonzept in den Medien Malerei, Zeichnung, Wandzeichnung und Film verfolgt Una H. Moehrke seit geraumer Zeit.

Una H. Moehrke hat in ihrem Werkkomplex der starkfarbigen Bilder zwischen 2010 und 2012, die das erste Mal zusammenhängend in der Stadtgalerie in Lauenburg gezeigt werden, nach einer langen Phase der annähernd monochromen Malerei den Sprung in die fluoreszierende Farbwelt gewagt. Diese Bilder sind ein laut gezeichneter Tanz, der aus dem Körper kommt, eine Art von dynamischer und wuchtig-vitaler Körperschrift. Ihre Farbkraft ist kaum länger anzusehen, ohne dass die Augen zu schmerzen beginnen. Die helle Freude daran kippt schnell ins Gegenteil, und die Augen suchen Erholung auf der weißen Wand außerhalb der Bilder. Und sie, die weiße Wand, reflektiert dann nach dem bildausgelösten Farbschock seinen Schatten sanft und blassfarbig; der Rausch wird transformiert in Ruhe.

Die Polarität ist ein durchgängiges Element in der Arbeit von Una H. Moehrke und wird mit der Linie vermittelt: sie verläuft organisch und zart oder stark und geometrisch als Balken und Strich. Sie verbindet Fläche und Form, Raum und Zeit, Handschrift und Zeichen. Der in der Ausstellung gezeigte Film "…dass man mit der Linie sieht" von 2014 vermittelt einen Eindruck von der linearen Kombinatorik, mit der Una H. Moehrke Gegensätze zu vereinen versucht und stellt noch einmal den Komplex der Ruhe vor, die Rückseite des Rausches.

Una H. Moehrke war 1992 Stipendiatin des Landes Schleswig-Holstein im Künstlerhaus Lauenburg. Ihre  Werke sind in diesem Jahr außerdem auf der Biennale in Venedig im Palazzo Bembo im Kontext der Ausstellung "Personal Structures" zu sehen. Sie lebt in Berlin und lehrt an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle.

Bild: Una H. Moehrke, o.T., 2010

www.una-moehrke.de