Das Gebäude

liegt vor der ehemaligen Zollstation an der früheren Westgrenze der Altstadt Lauenburgs, dem alten Zollplatz. Das ehemalige Kaufhaus Hagenström wurde als Lauenburger Dependance des Lübecker Kaufmanns Julius Hagenström erbaut. Thomas Mann greift in seinem Roman „Buddenbrooks“ den Namen „Hagenström“ auf. Auch wenn er tatsächlich eine andere Händlerfamilie im Sinn gehabt haben mochte, lässt Mann die Hagenströms erfolgreiche Lübecker Kaufleute und ewige Gegenspieler der Buddenbrooks sein.

Die ursprünglich geplante Sanierung des Gebäudes wurde aus finanziellen Gründen nicht vollendet. Übrig blieb ein weitgehend entkerntes Haus mit teilweise erhaltener historischer Bausubstanz wie alte Lehmdecken und grobe Backsteinmauern. Die in schwindelerregende Höhe führenden Stiegen und Treppen des Eingangsbereichs erschließen dort einen Raum mit fast surrealistisch anmutender Perspektive.
Aufgrund der entkleideten Bausubstanz bieten die Räume der Galerie einen unfertigen, rohen Eindruck. Dies lässt Eigenschaften wie Ursprünglichkeit, Unverfälschtheit und Wesentlichkeit assoziieren. Der schroffe Charakter der Räume und des gesamten Gebäudes steht dabei in reizvollem Gegensatz zu den ausgestellten Kunstwerken. Sowie die hier gezeigte Kunst vielfach vom Suchen und Experimentieren gekennzeichnet ist, so stellt auch der Bau, der der Kunst den Rahmen gibt, in seinem inneren provisorischen Zustand ein Experimentierfeld dar, das mit der hier gezeigten zeitgenössischen Kunst im Dialog zu stehen scheint und damit eine Rezeption in viele Richtungen hinein ermöglicht.
Die Stadtgalerie Lauenburg im Hagenström

Einige Schritte flussaufwärts steht in der Elbstraße 54 das Künstlerhaus Lauenburg. Seit über 30 Jahren arbeiten dort deutsche und internationale Künstler, die vom Land Schleswig-Holstein mit einem mehrmonatigen Arbeits- und Aufenthaltsstipendium ausgezeichnet wurden. Als Gegenleistung für diese Förderung hinterlassen die Künstler am Ende ihres Stipendiums dem Künstlerhaus eine Werkgabe.
Auf diese Weise hat Lauenburg einen stattlichen Fundus zeitgenössischer Kunst angesammelt. Diese Sammlung repräsentiert dabei schwerpunktmäßig nicht nur das Kunstschaffen der jüngsten Jahrzehnte in Schleswig-Holstein, sondern vermag aufgrund der bundesweit und international vergebenen Stipendien im Künstlerhaus Lauenburg darüber hinaus, dieses in überregionale und inernationale Kontexte zu stellen. Damit stellt die Stadtgalerie Lauenburg etwas sehr Spezifisches und Einzigartiges innerhalb von Schleswig-Holstein dar. Nicht zuletzt die zahlreichen Preisträger und inzwischen renommierten Künstler in der Sammlung können davon zeugen. Es war naheliegend, diese Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums des Künstlerhauses wurde daher am 21. Oktober 2011 unter der Schirmherrschaft des damaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen die Stadtgalerie Lauenburg im Hagenström eröffnet. Sie ist nun eine von vier Stadtgalerien in Schleswig-Holstein (neben Kiel, Westerland und Brunsbüttel).
In thematisch wechselnden und kuratierten Ausstellungen und Werkschauen werden unter bevorzugter Berücksichtung ehemaliger Stipendiaten des Künstlerhauses Lauenburg verschiedene Blickwinkel auf die Entwicklungen jüngerer zeitgenössischer Kunst präsentiert, unterschiedliche Künstlerpositionen gegenübergestellt und ästhetische Fragestellungen aufgegriffen.
Der Freundeskreis der Stadtgalerie Lauenburg

Der Freundeskreis Stadtgalerie Lauenburg ist ein Zusammenschluß von Unternehmern und Privatpersonen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Entwicklung der Stadtgalerie Lauenburg zu fördern, am weiteren Aufbau dieses Kulturortes teilzuhaben und Kunst im ländlichen Raum erlebbar zu machen. Mit diesem Engagement soll der provisorische Rahmen behoben werden und die dauerhafte Fortführung des Ausstellungsprogramms als auch die Bereitstellung von notwendiger Infrastruktur gesichert werden.

Wir laden Sie ein, Freundeskreismitglied der Stadtgalerie Lauenburg zu werden. Die Mitglieder des Freundeskreises werden regelmäßig und persönlich zu den Veranstaltungen der Stadtgalerie Lauenburg und des Künstlerhauses Lauenburg eingeladen und über deren Arbeit informiert. Beim Kauf von Katalogen, Plakaten oder Postkarten gibt es 50 % Rabatt. Die Bibliothek und Katalog- und Schriftensammlung des Künstlerhauses stehen dem Freundeskreis zur freien Nutzung zur Verfügung. Für Unternehmen besteht die Möglichkeit zur Nutzung der Stadtgalerie für exklusive Veranstaltungen.

Die Stadtgalerie Lauenburg in Trägerschaft des Künstlerhauses Lauenburg ist berechtigt, Spendenbescheinigungen auszustellen.

Das Beitrittsformular zum Freundeskreis finden Sie hier zum Herunterladen.


Förderer

Wir danken dem Land Schleswig-Holstein, der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg und dem Freundeskreis Stadtgalerie Lauenburg für die freundliche Unterstützung.